Stromausfall in Hannover am 13.7.2011

In Hannover fiel am Mittwoch (13.7.2011) ab 22.40 Uhr der Strom komplett aus. Es dauerte rund eine 1/2 Stunde bis 2/3 von Hannover wieder Strom hatten. Alle anderen Statteile hatten erst um 0:15 Uhr erneut Strom.

Laut einem Sprecher von Enercity – einer Tochter der Stadtwerke Hannover – war in einer Verbindungsstation zum Hochspannungsnetz eine Schalteranlage bei einer Einspeisestation in Mehrun ausgefallen. Dies führte zu einem massiven Spannungseinbruch.

Auswirkungen des Stromausfalls:

  • Die Feuerwehr rief die höchste Alarmstufe aus. Innerhalb einer 3/4 Stunde gingen 785 Notrufe bei der Feuerwehr ein. Die Feuerwehr hatte insg. 75 Einsätze:
    • 45 Einsätze sind auf ausgelöste Brandmeldeanlagen zurückzuführen.
    • 9 x mußten Menschen aus steckengebliebenen Aufzügen gerettet werden.
  • Am Flughafen konnten Notstromaggregate den Stromausfall kompensieren, so dass alle Landungen und Starts planmäßig verliefen.
  • Ebenso übernahmen im Hauptbahnhof Hannover Notstromgeratoren die Versorgung. Allerdings lagen einige Vorortbahnhöfe ohne eigene Notstromaggregate im Dunkeln. Hier kan es zu leichten Fahrplanverspätungen, da die Züge diese Bahnhöfe mit geringerer Geschwindigkeit passieren mußten.
  • Unkritisch war die Situation auch in den Krankenhäusern, da auch hier die Notstromaggregate ansprangen.
  • Die Polizei war immer erreichbar. Es gab keine vermehrten Verkehrsunfälle, da die Autofahrer verantwortungsbewußt fuhren. In einem Statteil nutzten Einbrecher die Situation aus und brachen in diesem Zeitraum in 4 Geschäfte ein.
  • Die ganze Infrastruktur fiel aus:
    • Ampeln
    • z.T. die Stadtbahn
    • steckenbleibende Rolltreppen
    • Ausfall der Geldautomaten
    • Ausfall der Fernwärmeversorgung
    • Die Servicetelefon der Stadtwerke waren aufgrund des starken Andrangs schon nach wenigen Minuten nicht mehr zu erreichen.
    • Die Festnetztelefone konnten nicht mehr benutzt werden. Das Mobilnetz funktionierte weiterhin, war jedoch schnell überlastet.
  • Das Kabelfernsehen fiel bis 23.11 Uhr aus und wurde dann wieder hochgefahren. Das digital-terristische Fernsehen funktionierte durchgehend.
  • Kritisch war der Stromausfall vor allem in Alten- und Pflegeheimen, insb. bei Senioren, die auf Atemgeräte angewiesen waren. Hier liefen die Atemgeräte nur noch auf Akkubetrieb. Die Feuerwehr mußte in 8 Alten- und Pflegeheimen die Notstromversorgung herstellen.
  • Viele Menschen trafen mit mit Kerzen, Taschenlampen bzw. im Licht ihrer Mobiltelefone auf den Strassen und in vielen Kneipen zündeten Gastwirte für ihre Gäste Kerzen an.
  • Auf Facebook gründete sich eine Gruppe „Stromausfall am 13.Juli 2011 in Hannover“, die am Donnerstagmorgen schon über 3000 Mitglieder hatte.

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