drohender Stromausausfall – Blackout in Deutschland

Nach dem Ausstieg bei den deutschen Atomkraftwerken warnen immer mehr Experten vor einem drohenden Stromausfall – Blackout – Überlastung der Stromnetze in Deutschland.

Was ist an der Diskussion bzgl. einem drohenden Stromausfall / Blackout in Deutschland dran ?

  • Eine Untersuchung des Europäischen Netzwerks für Fernleitungsnetzbetreiber (Entso-e) erbrachte, dass schon im Sommer eine Stresssituation in ganz Europa entstehen könnte, da einige Länder (u.a. Ungarn, Finnland, Polen, Lettland) in der Hitzezeit von Stromimporten abhängig sind.
  • Bei extremen Spitzen steigt nicht nur die Auslastung im deutschen Stromnetz an, sondern die Stromnetze der europäischen Nachbarn werden ebenso belastet. So forderten die Tschechen sofort 290 Mio. Euro für die stärkere Nutzung der tschechischen Stromnetze durch Deutschland.
  • Aufgrund der starken Schwankungen bei der Einspeisung von erneuerbaren Energien besteht heute schon das verstärkte Risiko eines Stromausfalls, dass an bestimmten Tagen mit einer sehr starken Einspeisung und zu wenig Abnahme das Stromnetz kollabieren könnte. So befürchteten einige Experten am Pfingstmontag 2011 eine Überlastung der Netzkapazitäten.
  • Atomkraftanlagen und Kohlekraftwerke können im Sommer bei einer großen Hitze nicht mehr genug Kühlwasser aus den Flüssen entnehmen (drohende Überhitzung des Wassers). In der Vergangenheit mußte aufgrund der zeitweisen Abschaltung von AKWs z.B. in Frankreich bei einer Hitzewelle bis zu 6000 Megawatt importiert werden.
  • Derzeit sind vor allem die Netze in Norddeutschland stark gefährdet. Die Kapazität der Netze wird hier immer mehr ausgeschöpft. Auf der anderen Seite fehlt aufgrund fehlender Netzleitungskapazitäten jedoch Energie in Süddeutschland, die importiert werden muß.
  • Die erneuerbaren Energien (Wind, insb. Solarenergie) speisen vor allem im Sommer sehr viel Strom in das Stromnetz ein. Im Winter gibt es dagegen deutlich weniger Sonnenenergie. Zudem gibt es bedingt durch die Windenergie starke tägliche bzw. stündliche Schwankungen bei der Stromeinspeisung.
  • Die Leitungskapazitäten im Stromnetz werden in sehr viel stärkeren Maße als bisher genutzt. Um eventuelle Spitzen beim Stromverbrauch zu sichern, wird die Abhängigkeit von externen (ausländischen) Netzen steigen.

Insgesamt führt die Abschaltung der deutschen Akws zu einer Verringerung der möglichen Puffer und zu steigenden Risiken für einen Stromausfall. Experten sprechen hier von einer Reduzierung der Verläßlichkeitsspanne. Bei extremen Spitzen steigt das Risiko beim Spannungsmanagement und damit für einen Blackout an.

Deutschland kann dann nicht mehr auf eventuelle Ersatzleitungen im Inland (aber auch im Ausland) zurückgreifen, da diese schon vorher bis zum Anschlag voll belastet werden.

Die Ungleichverteilung von Strom sowie die fehlende Netzleitungskapazität zwischen Nord- und Süddeutchland kann u.a. dazu führen, dass an sehr wind- und sonnenreichen Tagen der Strom in Norddeutschland nach Skandinavien verkauft wird, während man in Süddeutschland Strom aus den französischen Akws kaufen muß.

Generell geht der Präsident des Bundesamtes für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK), Christoph Unger, davon aus, dass sich das Risiko für einen Stromausfall erhöht hat und die Bevölkerung verstärkt mit den Gefahren eines Stromausfalls in Deutschland vertraut gemacht werden soll.

Für den kommenden Winter befürchtet die Bundesnetzagentur Stromausfälle in Süddeutschland. „Die historisch einmalige zeitgleiche Abschaltung von 5.000 Megawatt Leistung und das längerfristige Fehlen von 8.500 Megawatt Leistung bringen die Netze an den Rand der Belastbarkeit“, heißt es in einer Stellungnahme der Bundesnetzagentur. Dies führe dazu, dass „zu sehr vielen Zeiten“ ein sicherer Betrieb des Stromnetzes nicht mehr gewährleistet werden könne.

Wenn an einem kalten Wintertag kein Strom aus Sonne und Wind gewonnen werden könne und außerdem noch die stark belastete Nord-Südleitung ausfalle, würden Kapazitäten in einer Größenordnung von rund 1000 Megawatt fehlen, erläuterte der Präsident der Bundesnetzagentur, Matthias Kurth, bei einem Pressegespräch.

2 thoughts on “drohender Stromausausfall – Blackout in Deutschland

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  2. Es ist lächerlich aus der Atomenergie auszusteigen und unsere Netze mit Atomstrom aus dem Ausland zu stützen.Desweiteren hätte man sich nicht um unsere Atomkraftwerke sorgen machen sollen, sondern um die die uns in der EU umgeben.Aber unsere schlaue Politik macht das schon.

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